Banken zahlen für neue Kundinnen und Kunden — je nach Aktion zwischen 50 und 120 Euro, manchmal mehr. Das ist echtes Geld, das Sie mitnehmen können. Es ist aber auch das schlechteste Hauptkriterium bei der Kontowahl, das man sich denken kann. Diese Seite zeigt, wie Sie Prämien sinnvoll nutzen, ohne sich ein teures Konto einzuhandeln.
Wie hoch sind Girokonto-Prämien 2026?
Üblich sind 50 bis 120 Euro, teils kombiniert mit einem befristeten Sonderzins auf dem Tagesgeldkonto. Die norisbank warb zuletzt mit bis zu 120 Euro, comdirect mit bis zu 100 Euro plus Aktionszins. Praktisch alle Prämien sind an Bedingungen geknüpft: Neukundenstatus, ein Mindestgeldeingang über mehrere Monate, die Nutzung des digitalen Kontowechselservice oder eine bestimmte Anzahl umgezogener Zahlungspartner. Weil diese Aktionen mehrmals jährlich wechseln, finden Sie die jeweils gültigen Konditionen im Vergleichsrechner — nicht in statischen Texten.
Welche Bedingungen gelten für eine Girokonto-Prämie?
| Bedingung | Was dahintersteckt | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Neukundenstatus | kein Konto bei dieser Bank in den letzten 6 bis 24 Monaten | auch alte, längst vergessene Konten zählen |
| Mindestgeldeingang über X Monate | meist 700 € über 3 bis 6 Monate | fällt der Eingang aus, entfällt die Prämie rückwirkend |
| Digitaler Kontowechselservice | Nutzung des automatisierten Umzugs | manuelles Umziehen zählt oft nicht |
| Mindestzahl Zahlungspartner | z. B. drei umgezogene Lastschriften | PayPal und Abos zählen häufig nicht mit |
| Videolegitimation | Identifikation per Video statt PostIdent | PostIdent kann die Prämie kosten |
| Kartenumsatz | z. B. 500 € in drei Monaten | Bargeldabhebungen zählen meist nicht |
Der häufigste Grund für eine nicht ausgezahlte Prämie ist unspektakulär: Eine der Bedingungen wurde übersehen. Lesen Sie die Aktionsbedingungen vor der Eröffnung — nicht danach.
Wann lohnt sich eine Prämie wirklich?
Rechnen Sie die Prämie gegen die laufenden Kosten. Eine einfache Faustformel: Teilen Sie die Prämie durch die monatliche Mehrbelastung — das Ergebnis ist die Zahl der Monate, in denen sich der Wechsel trägt.
| Prämie | Monatliche Mehrkosten | Vorteil hält | Bewertung |
|---|---|---|---|
| 100 € | 0,00 € | dauerhaft | uneingeschränkt mitnehmen |
| 100 € | 2,00 € | 50 Monate | meist noch sinnvoll |
| 100 € | 4,90 € | 20 Monate | kritisch prüfen |
| 50 € | 4,95 € | 10 Monate | lohnt sich nicht |
Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Eine Prämie ist dann uneingeschränkt gut, wenn das neue Konto auch ohne sie das bessere ist. Sobald sie einen dauerhaften Kostennachteil kaschieren soll, ist sie ein schlechtes Geschäft. Ein bedingungslos kostenloses Konto ohne jede Prämie schlägt langfristig fast jede Aktion.
Sind Prämien steuerpflichtig?
Die steuerliche Behandlung von Wechselprämien hängt von der Ausgestaltung ab. Wird die Prämie als Zinsertrag ausgezahlt, fällt sie unter die Abgeltungsteuer und wird — soweit vorhanden — mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet. Wird sie als Sachprämie oder Geldprämie ohne Zinscharakter gewährt, kann eine andere Einordnung greifen. Da die Ausgestaltung von Aktion zu Aktion abweicht, klären Sie das im Zweifel mit Ihrem Steuerbüro; die Bank weist die Behandlung in der Regel in den Aktionsbedingungen aus. Wir dürfen und wollen an dieser Stelle keine Steuerberatung leisten.
Aktuelle Prämien im Rechner prüfen
Prämienaktionen wechseln mehrmals im Jahr. Der Vergleichsrechner zeigt, was heute tatsächlich gilt.
Prämienhopping — funktioniert das?
Die Idee liegt nahe: alle sechs Monate die Bank wechseln und jedes Mal eine Prämie kassieren. Praktisch funktioniert das nur eingeschränkt.
Dafür spricht
- Prämien sind echtes Geld ohne Gegenleistung, wenn das Konto ohnehin passt
- Der Kontowechsel ist gesetzlich kostenlos und dauert maximal 12 Geschäftstage
- Mehrere Konten parallel zu führen ist erlaubt und kostet bei Gratis-Konten nichts
- Kombinationen aus Prämie und Tagesgeld-Aktionszins können sich lohnen
Dagegen spricht
- Neukundenklauseln sperren Sie oft 12 bis 24 Monate für dieselbe Bank
- Jede Kontoeröffnung kann eine Schufa-Anfrage auslösen
- Bedingungen laufen häufig über 3 bis 6 Monate — der Aufwand summiert sich
- Der Umzug von Abos und Zahlungsdiensten bleibt jedes Mal an Ihnen hängen
- Ein dauerhaft besseres Konto bringt meist mehr als mehrere Prämien
Unser nüchterner Rat: Nehmen Sie eine Prämie mit, wenn Sie ohnehin wechseln wollen. Wechseln Sie aber nicht wegen der Prämie. Der Unterschied klingt klein, entscheidet aber darüber, ob Sie am Ende Geld verdienen oder Zeit verlieren.
Worauf sollten Sie bei Girokonto-Prämien sonst achten?
- Fristen einhalten: Prämien werden oft erst nach drei bis sechs Monaten ausgezahlt und setzen voraus, dass die Bedingungen durchgehend erfüllt bleiben.
- Kündigungssperren prüfen: Manche Aktionen verlangen, dass das Konto eine Mindestzeit bestehen bleibt.
- Altes Konto nicht zu früh schließen: Zwei bis drei Monate Parallelbetrieb verhindern, dass Zahlungen ins Leere laufen. Details unter Girokonto wechseln.
- Dokumentation aufbewahren: Screenshot der Aktionsbedingungen zum Zeitpunkt der Eröffnung — falls die Auszahlung später strittig wird.
Diese drei Konten sind auch ohne jede Prämie dauerhaft kostenlos — genau das ist der Maßstab, an dem sich jede Aktion messen lassen muss.
Warum zahlen Banken überhaupt Prämien?
Ein Girokonto ist für Banken kein Einzelprodukt, sondern ein Einstieg. Wer sein Gehaltskonto bei einer Bank führt, nimmt dort mit höherer Wahrscheinlichkeit weitere Produkte in Anspruch — Tagesgeld, Depot, Kredit, Baufinanzierung. Der sogenannte Kundenwert über die gesamte Beziehung liegt deutlich über den 100 Euro, die eine Prämie kostet.
Das erklärt auch die Bedingungen: Fast alle Prämien setzen einen regelmäßigen Geldeingang über mehrere Monate voraus. Die Bank zahlt nicht für die Kontoeröffnung, sondern dafür, dass das Konto tatsächlich zum Hauptkonto wird.
Was ist mit Tagesgeld-Aktionszinsen?
Häufig wird die Prämie mit einem befristeten Sonderzins auf einem Tagesgeldkonto kombiniert. Rechnen Sie diesen Bestandteil realistisch:
| Anlagebetrag | Aktionszins 3 % für 6 Monate | Ertrag vor Steuern |
|---|---|---|
| 1.000 € | 3 % p. a. | ≈ 15 € |
| 5.000 € | 3 % p. a. | ≈ 75 € |
| 10.000 € | 3 % p. a. | ≈ 150 € |
| 25.000 € | 3 % p. a. | ≈ 375 € |
Der Aktionszins lohnt sich also erst bei größeren Beträgen wirklich — und auch dann nur für die Aktionsdauer. Danach fällt der Satz auf das reguläre Niveau, das häufig deutlich niedriger liegt. Prüfen Sie deshalb, wie hoch der Folgezins ist, bevor Sie größere Summen umschichten.
Beachten Sie außerdem den Sparerpauschbetrag: Zinserträge sind bis 1.000 Euro pro Person steuerfrei, sofern ein Freistellungsauftrag erteilt wurde. Ohne ihn führt die Bank Abgeltungsteuer ab, die Sie erst über die Steuererklärung zurückholen.
Welche Prämien gibt es außer Geld?
- Sachprämien wie Tablets oder Kopfhörer — meist mit höheren Anforderungen verbunden und schlechter vergleichbar als Bargeld
- Freunde-werben-Prämien — zusätzlich zur regulären Aktion, oft 25 bis 50 Euro für beide Seiten
- Gutscheine — rechnerisch weniger wert als Bargeld, weil an einen Anbieter gebunden
- Gebührenerlass — etwa ein Jahr kostenlose Kontoführung, was bei einem ohnehin kostenlosen Konto wertlos ist
Der letzte Punkt ist ein verbreiteter Werbetrick: „Erstes Jahr kostenlos“ klingt nach Vorteil, bedeutet aber, dass ab dem zweiten Jahr Gebühren anfallen. Bei den bedingungslos kostenlosen Konten in unserem Vergleich fallen sie nie an.
Wie sichere ich meinen Anspruch auf die Girokonto-Prämie?
Falls eine Prämie später nicht ausgezahlt wird, brauchen Sie Nachweise. Legen Sie sich vor der Kontoeröffnung eine kleine Ablage an:
- Screenshot der Aktionsbedingungen mit Datum — Aktionsseiten werden nach Ablauf oft gelöscht
- Bestätigungsmail der Kontoeröffnung
- Nachweis der erfüllten Bedingungen, etwa Kontoauszüge mit den Geldeingängen
- Datum der Wechselservice-Beauftragung
Mit diesen vier Belegen lässt sich ein Anspruch in aller Regel durchsetzen. Ohne sie wird es schwierig, weil die Beweislast bei Ihnen liegt.
Häufige Fragen
Wie hoch sind Girokonto-Prämien 2026?
Üblich sind 50 bis 120 Euro, teils kombiniert mit einem befristeten Sonderzins auf dem Tagesgeldkonto. Die norisbank warb zuletzt mit bis zu 120 Euro, comdirect mit bis zu 100 Euro. Die Aktionen wechseln mehrmals im Jahr.
Welche Bedingungen haben Wechselprämien?
Typisch sind Neukundenstatus, ein Mindestgeldeingang über drei bis sechs Monate, die Nutzung des digitalen Kontowechselservice, eine Mindestzahl umgezogener Zahlungspartner oder Videolegitimation statt PostIdent.
Lohnt sich ein Wechsel nur wegen der Prämie?
Selten. Eine Prämie von 100 Euro ist nach 20 Monaten aufgezehrt, wenn das neue Konto monatlich 4,90 Euro mehr kostet. Sinnvoll ist die Prämie nur, wenn das neue Konto auch ohne sie das bessere wäre.
Sind Girokonto-Prämien steuerpflichtig?
Das hängt von der Ausgestaltung ab: Als Zinsertrag ausgezahlte Prämien fallen unter die Abgeltungsteuer und werden mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet, andere Gestaltungen können abweichend behandelt werden. Die Bank weist das in den Aktionsbedingungen aus; im Zweifel klären Sie es mit Ihrem Steuerbüro.
Funktioniert Prämienhopping?
Nur eingeschränkt. Neukundenklauseln sperren Sie meist 12 bis 24 Monate für dieselbe Bank, die Bedingungen laufen über drei bis sechs Monate, und der Umzug von Abos bleibt jedes Mal an Ihnen hängen. Ein dauerhaft besseres Konto bringt in der Regel mehr.
Warum wurde meine Prämie nicht ausgezahlt?
Der häufigste Grund ist eine übersehene Bedingung — etwa ein unterschrittener Geldeingang in einem der Qualifikationsmonate, PostIdent statt Videolegitimation oder zu wenige umgezogene Zahlungspartner. Bewahren Sie die Aktionsbedingungen als Screenshot auf.
Warum zahlen Banken Wechselprämien?
Weil ein Girokonto der Einstieg in eine längere Kundenbeziehung ist — Tagesgeld, Depot, Kredit folgen oft. Der Kundenwert über die gesamte Beziehung liegt deutlich über den 100 Euro, die eine Prämie kostet. Deshalb setzen fast alle Prämien einen regelmäßigen Geldeingang voraus.
Wie viel bringt ein Tagesgeld-Aktionszins?
Bei 3 Prozent für sechs Monate rund 15 Euro auf 1.000 Euro und etwa 150 Euro auf 10.000 Euro vor Steuern. Der Aktionszins lohnt sich also erst bei größeren Beträgen — prüfen Sie außerdem, wie hoch der Folgezins nach der Aktion ist.
Welche Nachweise brauche ich für meinen Prämienanspruch?
Einen datierten Screenshot der Aktionsbedingungen, die Bestätigungsmail der Kontoeröffnung, Kontoauszüge als Nachweis der erfüllten Bedingungen und das Datum der Wechselservice-Beauftragung. Die Beweislast liegt bei Ihnen.