bunq ist eine niederländische Neobank mit europäischer Banklizenz und inzwischen einer der größeren Anbieter im EU-Raum. Das Konto richtet sich an Menschen, die grenzüberschreitend leben oder arbeiten — und an alle, die Wert auf strukturierte Unterkonten legen. Das Einstiegsmodell bunq Free kostet nichts, hat aber eine Einschränkung, die man kennen sollte.
Was kostet bunq und was ist enthalten?
bunq Free ist bedingungslos kostenlos, enthält aber keine physische Karte. Sie erhalten drei Unterkonten mit jeweils eigener IBAN und eine virtuelle Karte für Online-Zahlungen sowie Apple Pay und Google Pay. Wer eine echte Plastikkarte möchte, muss diese entweder einzeln bezahlen oder in den Core-Tarif ab 3,99 Euro monatlich wechseln. Für ein reines Digital- oder Zweitkonto reicht die kostenlose Variante; als alleiniges Hauptkonto ohne physische Karte wird es im deutschen Alltag schwierig.
| Modell | Preis pro Monat | Physische Karte | Unterkonten |
|---|---|---|---|
| bunq Free | 0,00 € | nicht enthalten | drei mit eigener IBAN |
| bunq Core | ab 3,99 € | enthalten | mehr Unterkonten |
| Höhere Tarife | gestaffelt | enthalten | erweiterte Funktionen |
Für wen lohnt sich bunq?
Die Stärke liegt im europäischen Zuschnitt. Wer in mehreren EU-Ländern lebt, dort Miete zahlt oder Einkünfte hat, profitiert von der grenzüberschreitenden Ausrichtung und den mehreren IBANs. Auch für Freiberufler mit dem Bedarf, Einnahmen und Rücklagen sauber zu trennen, sind die Unterkonten praktisch.
Ein weiterer Punkt: bunq zählt zu den Anbietern, die unbegrenzt kostenloses Abheben ermöglichen — je nach Tarif und Region. Zusammen mit BBVA gehört die Bank damit zu den wenigen ohne Automatenlimit.
Was spricht gegen bunq?
Für Nutzerinnen und Nutzer, die ausschließlich in Deutschland leben, ist der Mehrwert begrenzt. Die fehlende physische Karte im Gratis-Tarif ist ein handfester Nachteil, und eine girocard gibt es gar nicht — in Deutschland weiterhin ein Thema bei Ärzten, Behörden und kleineren Geschäften. Zudem ist die Einlagensicherung niederländisch, nicht deutsch. Die Höhe ist mit 100.000 Euro EU-einheitlich, die Zuständigkeit liegt aber im Ausland.
Wer ein kostenloses Konto mit girocard und deutscher Einlagensicherung sucht, findet bei C24 Smart das rundere Paket.
Neobanken im Direktvergleich
Unterkonten, Karten, Abhebungen — die Unterschiede zwischen den digitalen Anbietern sind größer als gedacht.
Für bunq spricht
- Bedingungslos kostenloser Einstiegstarif
- Drei Unterkonten mit eigener IBAN schon im Gratis-Tarif
- Europäische Ausrichtung, sinnvoll bei Wohnsitz in mehreren Ländern
- Unbegrenzt kostenloses Abheben je nach Tarif
- Moderne App mit umfangreichen Funktionen
Gegen bunq spricht
- Keine physische Karte im kostenlosen Tarif
- Keine girocard verfügbar
- Niederländische statt deutscher Einlagensicherung
- Für rein deutsche Nutzung wenig Mehrwert
- Volle Funktionen erst ab 3,99 Euro monatlich
Fazit zu bunq
bunq ist ein spezialisiertes Konto, kein Allrounder. Als Zweitkonto für europäische Zahlungsströme, für Freiberufler mit Trennungsbedarf oder für digital orientierte Menschen ohne Bargeldbedarf ist es sinnvoll. Als einziges Konto in Deutschland fehlen zu viele Bausteine — insbesondere die physische Karte und die girocard.
Wann lohnt sich ein Konto mit mehreren IBANs?
Die Trennung von Zahlungsströmen über mehrere Kontonummern ist kein Selbstzweck. Sie wird dann wertvoll, wenn Zahlungen unterschiedlichen Zwecken zugeordnet werden müssen und eine einzelne Kontonummer dafür nicht ausreicht:
- Wohnsitz in mehreren Ländern: Miete in einem Land, Gehalt in einem anderen
- Freiberufliche Tätigkeit: berufliche Einnahmen getrennt von privaten
- Gemeinsame Ausgaben: eine IBAN, auf die alle Beteiligten einzahlen
- Projektbezogene Abrechnung: Einnahmen und Ausgaben je Vorhaben getrennt
Für rein private Nutzung in Deutschland reicht dagegen meist ein Konto — oder die vier Pockets von C24 Smart, die dasselbe leisten und zusätzlich eine girocard mitbringen.
Was bedeutet die europäische Banklizenz?
bunq verfügt über eine niederländische Banklizenz, die im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum gilt. Die Bank kann dadurch in allen EU-Ländern tätig sein, ohne dort jeweils eine eigene Lizenz zu benötigen. Für Sie bedeutet das: gleiche rechtliche Grundlage in jedem EU-Land, aber eben auch die Zuständigkeit der niederländischen Aufsicht und Einlagensicherung statt der deutschen.
Was sollten Sie vor der Eröffnung eines bunq-Kontos prüfen?
Vor allem, ob Sie ohne physische Karte auskommen. Der kostenlose Free-Tarif enthält nur eine virtuelle Karte für Online-Zahlungen, Apple Pay und Google Pay. Im deutschen Alltag stoßen Sie damit dort an Grenzen, wo weder kontaktloses Bezahlen per Smartphone noch Kartenzahlung möglich ist — etwa an Automaten, bei kleineren Betrieben oder wenn der Akku leer ist. Wer eine Plastikkarte braucht, muss in den Core-Tarif ab 3,99 Euro monatlich wechseln, womit bunq teurer wird als jedes andere kostenlose Konto im Vergleich.
Wie schneidet bunq im Gesamtbild ab?
Als Spezialist überzeugend, als Allrounder nicht. Wer grenzüberschreitend lebt oder mehrere Zahlungsströme trennen muss, findet bei bunq Funktionen, die deutsche Anbieter so nicht bieten. Wer ein normales Girokonto für Deutschland sucht, bekommt bei C24 Smart mehr Leistung zum selben Preis — inklusive physischer Karte, girocard und deutscher Einlagensicherung.
Häufige Fragen
Ist bunq Free wirklich kostenlos?
Ja, ohne Mindestgeldeingang und ohne Aktivitätspflicht. Allerdings ist im Gratis-Tarif keine physische Karte enthalten — nur eine virtuelle Karte für Online-Zahlungen sowie Apple Pay und Google Pay. Eine Plastikkarte gibt es erst ab dem Core-Tarif ab 3,99 Euro monatlich.
Wie viele Unterkonten bietet bunq?
Im kostenlosen Tarif drei Unterkonten mit jeweils eigener IBAN, in höheren Tarifen mehr. Das ist praktisch, um Miete, Rücklagen oder geschäftliche Einnahmen getrennt zu verwalten.
Gibt es bei bunq eine girocard?
Nein. bunq bietet keine girocard an — in Deutschland ein Nachteil, weil manche Geschäfte, Ärzte und Behörden weiterhin nur dieses Verfahren akzeptieren.
Wie ist mein Geld bei bunq abgesichert?
Über die niederländische Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Person. Die Höhe entspricht dem EU-Standard, zuständig ist aber eine ausländische Institution und nicht die deutsche Entschädigungseinrichtung.
Für wen lohnt sich bunq?
Vor allem für Menschen, die in mehreren EU-Ländern leben oder arbeiten, und für Freiberufler, die Einnahmen und Rücklagen über mehrere IBANs trennen wollen. Für die rein deutsche Nutzung ist der Mehrwert gegenüber C24 begrenzt.
Wann lohnen sich mehrere IBANs?
Bei Wohnsitz in mehreren Ländern, bei freiberuflicher Tätigkeit mit getrennten Zahlungsströmen oder für projektbezogene Abrechnung. Für rein private Nutzung in Deutschland reicht meist ein Konto — oder die vier Pockets von C24.
Brauche ich bei bunq eine physische Karte?
Im kostenlosen Free-Tarif gibt es nur eine virtuelle Karte. Ohne Plastikkarte stoßen Sie im deutschen Alltag an Grenzen — etwa an Automaten oder bei kleineren Betrieben. Die physische Karte gibt es ab dem Core-Tarif für 3,99 Euro monatlich.