Ein Mindestgeldeingang von 700 Euro klingt niedrig — bis man zu den Menschen gehört, die ihn nicht erreichen. Teilzeitkräfte, Studierende über 28, Menschen in Elternzeit, Rentnerinnen mit kleiner Rente, Selbstständige mit schwankenden Einnahmen: Für sie entscheidet der Mindestgeldeingang darüber, ob das Konto gratis ist oder rund 50 Euro im Jahr kostet. Diese Seite zeigt die Alternativen.
Welche Girokonten kommen ohne Mindestgeldeingang aus?
Vier Anbieter verzichten vollständig auf einen Mindestgeldeingang: BBVA, C24 Smart, Santander BestGiro und bunq Free. Bei ihnen bleibt die Kontoführung dauerhaft bei 0 Euro, unabhängig davon, wie viel Geld eingeht oder ob das Konto überhaupt genutzt wird. Eine fünfte Option ist die comdirect: Sie verlangt zwar formal 700 Euro, akzeptiert aber alternativ dreimal Mobile Payment im Monat — eine Hürde, die im Alltag praktisch nebenbei erfüllt wird.
| Bank | Bedingung | girocard | Guthabenzins | Für wen besonders geeignet |
|---|---|---|---|---|
| C24 Smart | keine | ja | rund 0,5 % | Hauptkonto für den Alltag |
| BBVA | keine | nein | bis 3,50 % | Rücklagen verzinst parken |
| Santander BestGiro | keine | optional | 0,20 % (12 Mon.) | wer Filialen braucht |
| bunq Free | keine | nein | — | EU-weite Nutzung |
| comdirect | 3× Mobile Payment | 1 € / Monat | — | wer volle Direktbank-Leistung will |
Warum verlangen Banken überhaupt einen Geldeingang?
Der Mindestgeldeingang ist kein Selbstzweck, sondern ein Filter. Banken verdienen an einem Girokonto vor allem dann, wenn es als Hauptkonto genutzt wird: über Kartenumsätze, Dispozinsen und die Möglichkeit, weitere Produkte anzubieten. Ein Konto, auf dem nichts passiert, verursacht Kosten ohne Ertrag.
Der Mindestgeldeingang von 700 Euro ist dabei ein Branchenstandard geworden, an dem sich DKB, comdirect, Consorsbank und 1822direkt orientieren. Die norisbank weicht mit 500 Euro bewusst nach unten ab — und schließt damit genau die Lücke, in der viele Teilzeitbeschäftigte liegen.
Was kostet ein Girokonto, wenn ich den Mindestgeldeingang nicht erreiche?
Jahreskosten, wenn der Mindestgeldeingang nicht erreicht wird
Reine Kontoführung, ohne Karten- oder Abhebegebühren · Stand August 2026
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Person in Elternzeit erhält 620 Euro Elterngeld monatlich. Bei der DKB liegt sie unter den 700 Euro Geldeingang und zahlt ab dem vierten Monat 4,50 Euro monatlich — 54 Euro im Jahr, zuzüglich 2,20 Prozent Fremdwährungsentgelt im Urlaub. Bei der norisbank läge sie mit 620 Euro über den geforderten 500 Euro und zahlte nichts. Bei C24 ebenfalls nichts, dort gibt es gar keinen Mindestgeldeingang.
Zählt Elterngeld, Rente oder BAföG als Geldeingang?
In der Regel ja — entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern die Buchungsart. Die meisten Banken werten alle regulären SEPA-Gutschriften, also auch Elterngeld, Rente, Arbeitslosengeld oder BAföG. Wichtig sind zwei Einschränkungen:
- Bargeldeinzahlungen zählen bei vielen Banken nicht als Geldeingang.
- Übertragungen von eigenen Konten bei derselben Bank werden häufig ausgeschlossen — Eigenüberweisungen von einer anderen Bank dagegen oft akzeptiert (bei der DKB ausdrücklich).
Girokonto ohne Mindestgeldeingang finden
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Kann ich den Mindestgeldeingang durch Eigenüberweisungen erfüllen?
Bei manchen Banken ja, bei anderen nicht. Die DKB akzeptiert ausdrücklich Eigenüberweisungen von einem anderen Konto — ein Dauerauftrag von 700 Euro monatlich vom Zweitkonto genügt für den Aktivstatus, sofern das Geld tatsächlich fließt. Bei comdirect sind Übertragungen von eigenen comdirect-Konten dagegen ausgeschlossen.
Praktisch bedeutet das: Wenn Sie ohnehin ein zweites Konto haben, auf dem genug Guthaben liegt, lässt sich der Mindestgeldeingang mit einem Dauerauftrag hin und einem zurück erfüllen. Ob das den Aufwand lohnt, ist eine andere Frage — bei 54 Euro Ersparnis im Jahr und zwei Daueraufträgen vermutlich schon, bei komplizierteren Konstruktionen eher nicht.
Ehrlicher Hinweis: Einfacher und dauerhaft verlässlicher ist es meist, gleich ein Girokonto ohne Mindestgeldeingang zu wählen. Konstruktionen können scheitern, wenn eine Bank ihre Bedingungen ändert — und das kommt regelmäßig vor.
Für Girokonten ohne Mindestgeldeingang spricht
- Kein Mindestgeldeingang nötig — auch bei schwankendem Einkommen
- Kein Statusverlust bei Elternzeit, Jobwechsel oder Rentenbeginn
- Auch als reines Zweit- oder Haushaltskonto sinnvoll
- Bei C24 zusätzlich girocard und günstigster Dispo
- Bei BBVA zusätzlich der höchste Guthabenzins im Vergleich
Was Sie dafür in Kauf nehmen
- Teils kleinere Automatennetze als bei den großen Direktbanken
- BBVA und bunq ohne girocard
- Bei C24 nur vier kostenlose Abhebungen pro Monat
- Bei BBVA und bunq ausländische Einlagensicherung
- Meist kein integriertes Wertpapierdepot
Welches Konto passt zu welcher Situation?
| Situation | Typischer Geldeingang | Passendes Konto |
|---|---|---|
| Elternzeit mit Elterngeld | 300 bis 1.800 € | C24 Smart oder norisbank |
| Teilzeit, halbe Stelle | 800 bis 1.400 € | alle Konten möglich |
| Minijob | bis 556 € | C24 Smart oder BBVA |
| Studium mit BAföG | bis 992 € | Consorsbank (unter 31) |
| Kleine Rente | 600 bis 900 € | norisbank oder Santander BestGiro |
| Zweit- oder Haushaltskonto | unregelmäßig | C24 Smart oder Santander BestGiro |
| Selbstständig, schwankend | variabel | comdirect (Mobile Payment) |
Sonderfall Studium: Wer unter 31 ist, sollte die Altersregelungen prüfen — bei der Consorsbank ist das Konto bis 31 kostenlos, bei norisbank bis 30, bei DKB und comdirect bis 28. Das ist oft die bessere Lösung als ein Girokonto ohne Mindestgeldeingang, weil die Direktbanken mehr Leistung bieten.
Wie verlässlich bleibt der Mindestgeldeingang über die Jahre?
Ein Punkt, der beim Vergleich selten bedacht wird: Banken ändern ihre Bedingungen. Die 1822direkt hat ihre Anforderungen in der Vergangenheit mehrfach angepasst, die Consorsbank ihr gesamtes Kontomodell im Mai 2025 umgestellt, Santander seine Konditionen im Juni 2026 verbessert — allerdings nur für Neukunden.
Girokonten ohne Mindestgeldeingang sind deshalb strukturell verlässlicher als Konten mit Geldeingangsbedingung. Wo es keine Bedingung gibt, kann auch keine verschärft werden. Eine Bank kann zwar theoretisch ein bislang kostenloses Konto kostenpflichtig machen — dann greift jedoch Ihr Sonderkündigungsrecht, und der Wechsel ist mit dem gesetzlichen Kontowechselservice binnen zwölf Geschäftstagen erledigt. Eine schleichend verfehlte Geldeingangsschwelle fällt dagegen oft erst Monate später über die Abrechnung auf.
Was tun, wenn die Bank Gebühren einführt?
Ändert eine Bank die Konditionen zu Ihren Ungunsten, muss sie Sie zwei Monate vorher informieren. Sie haben dann das Recht, den Vertrag bis zum Wirksamwerden kostenfrei zu kündigen. Wichtig: Reagieren Sie aktiv. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Zustimmungsfiktionen in Bankvertragsbedingungen gilt Schweigen nicht automatisch als Zustimmung — die Praxis der Institute ist inzwischen entsprechend angepasst, ein Widerspruch sollte aber dokumentiert werden.
Wie kombiniere ich ein Girokonto ohne Mindestgeldeingang sinnvoll?
Häufig ist ein Konto ohne Bedingung nicht die einzige, sondern die zweite Wahl neben einem Hauptkonto. Typische Kombinationen:
- Hauptkonto mit Gehaltseingang + Girokonto ohne Mindestgeldeingang als Rücklagenkonto. So bleibt die Rücklage getrennt und kostet nichts.
- Girokonto ohne Mindestgeldeingang als Hauptkonto + Direktbank für das Depot. Sinnvoll bei unregelmäßigem Einkommen.
- Zwei Girokonten ohne Mindestgeldeingang — etwa C24 Smart für den Alltag und BBVA für verzinste Rücklagen.
Da alle diese Konten kostenlos sind, entstehen keine Zusatzkosten. Der einzige Aufwand ist die Verwaltung von zwei Zugängen.
Für wen lohnt sich ein Girokonto ohne Mindestgeldeingang?
Nach unserer Auswertung sind es vier Gruppen: Menschen in Elternzeit mit Elterngeld unter 700 Euro, Teilzeitbeschäftigte in kleinen Stundenumfängen, Rentnerinnen und Rentner mit kleiner Rente sowie Studierende über der jeweiligen Altersgrenze. In allen vier Fällen würde ein Girokonto mit Mindestgeldeingang zwischen 47 und 59 Euro im Jahr kosten — Geld, das mit einem passenden Konto schlicht nicht anfällt.
Häufige Fragen
Welche Girokonten haben keinen Mindestgeldeingang?
BBVA, C24 Smart, Santander BestGiro und bunq Free verzichten vollständig darauf. Bei comdirect genügen alternativ dreimal Mobile Payment im Monat statt der 700 Euro — eine im Alltag leicht erfüllbare Hürde.
Zählt Elterngeld als Geldeingang?
In der Regel ja, denn die meisten Banken werten alle regulären SEPA-Gutschriften — auch Elterngeld, Rente, Arbeitslosengeld oder BAföG. Nicht gewertet werden meist Bargeldeinzahlungen und Übertragungen von eigenen Konten bei derselben Bank.
Kann ich den Mindestgeldeingang mit einer Eigenüberweisung erfüllen?
Bei der DKB ja, dort sind Eigenüberweisungen von einem anderen Konto ausdrücklich zulässig. Bei comdirect sind Übertragungen von eigenen comdirect-Konten dagegen ausgeschlossen. Verlässlicher ist ein Girokonto ganz ohne Mindestgeldeingang.
Was kostet mich ein verfehlter Mindestgeldeingang?
Zwischen 46,80 und 59,40 Euro im Jahr, je nach Bank. Bei der DKB kommen ohne Aktivstatus zusätzlich 2,20 Prozent Fremdwährungsentgelt beim Auslandseinsatz hinzu.
Welches Konto eignet sich in der Elternzeit?
C24 Smart, weil es gar keinen Mindestgeldeingang verlangt und trotzdem eine girocard enthält. Wer über 500 Euro Elterngeld erhält, kann auch die norisbank nutzen — dort liegt der Mindestgeldeingang 200 Euro niedriger als im Branchenstandard.
Gibt es ein Girokonto ganz ohne Einkommen?
Ja. Die vier bedingungslos kostenlosen Konten verlangen keinerlei Eingang. Zusätzlich besteht nach § 31 Zahlungskontengesetz ein gesetzlicher Anspruch auf ein Basiskonto, unabhängig von Einkommen und Bonität.
Sind Girokonten ohne Mindestgeldeingang verlässlicher?
Strukturell ja: Wo es keine Bedingung gibt, kann auch keine verschärft werden. Führt eine Bank Gebühren ein, muss sie zwei Monate vorher informieren, und Sie können kostenfrei kündigen. Eine verfehlte Geldeingangsschwelle fällt dagegen oft erst Monate später auf.
Was kann ich tun, wenn meine Bank Gebühren einführt?
Sie muss Sie zwei Monate vorher informieren. Bis zum Wirksamwerden können Sie kostenfrei kündigen. Reagieren Sie aktiv und dokumentieren Sie einen Widerspruch — der Wechsel dauert dann maximal zwölf Geschäftstage.