Tomorrow ist eine Hamburger Neobank, die sich vollständig über ein Kriterium definiert: Nachhaltigkeit. Die Einlagen der Kundinnen und Kunden fließen nicht in fossile Energien oder Rüstung, sondern in Projekte mit ökologischer oder sozialer Ausrichtung. Wer diesen Aspekt gewichtet, findet hier das einzige konsequente Angebot im Vergleich — zahlt dafür aber unter Umständen eine Kontoführungsgebühr.
Was kostet ein Konto bei Tomorrow?
Zwischen 0 und 17,90 Euro monatlich, je nach Modell. Das Einstiegskonto Now liegt bei 0 bis 4 Euro monatlich: kostenlos für unter 21-Jährige oder bei regelmäßigem Geldeingang, sonst bis zu 4 Euro. Das Modell Change kostet 8,90 Euro, die Premiumvariante 17,90 Euro monatlich. Damit ist Tomorrow das einzige Konto in diesem Vergleich, das auch im Grundmodell nicht zuverlässig kostenlos ist.
| Modell | Preis pro Monat | Besonderheit |
|---|---|---|
| Now | 0 bis 4,00 € | kostenlos unter 21 oder bei Geldeingang |
| Change | 8,90 € | auch als Gemeinschaftskonto |
| Premium | 17,90 € | erweiterte Leistungen, Holzkarte |
Was bedeutet nachhaltiges Banking konkret?
Klassische Banken verwenden Kundeneinlagen zur Refinanzierung ihres Kreditgeschäfts — welche Branchen davon profitieren, bleibt für Kontoinhaber meist unsichtbar. Tomorrow legt offen, wohin die Mittel fließen, und schließt bestimmte Sektoren aus. Zusätzlich fließt ein prozentualer Anteil des Kartenumsatzes in Klimaprojekte wie Aufforstung.
Das ist ein echtes Unterscheidungsmerkmal, sollte aber nüchtern eingeordnet werden: Der Effekt hängt von Ihrem Guthaben und Ihren Umsätzen ab und ist bei kleinen Beträgen entsprechend gering. Wer primär Wirkung erzielen will, erreicht mit einer gezielten Spende oder einer nachhaltigen Geldanlage in der Regel mehr als über die Wahl des Girokontos.
Was leistet das Konto im Alltag?
Technisch ist Tomorrow eine moderne, app-basierte Neobank mit Visa Debitkarte, deutscher IBAN und Echtzeitüberweisungen. Eine girocard gibt es nicht, das Abheben ist je nach Modell begrenzt oder kostenpflichtig. Für Neukunden, die bis Ende Juli 2026 ein Now-Konto eröffnet haben, war eine kostenlose Abhebung pro Monat vorgesehen — solche Aktionen wechseln regelmäßig.
Im reinen Konditionenvergleich liegt Tomorrow damit hinter C24 Smart und BBVA: Es gibt weder Guthabenzins in vergleichbarer Höhe noch bedingungslose Kostenfreiheit noch eine girocard. Wer Tomorrow wählt, tut das wegen der Mittelverwendung — nicht wegen des Preises.
Konditionen ehrlich gegenüberstellen
Nachhaltigkeit kostet hier Geld. Der Rechner zeigt, wie viel Unterschied das im Jahr wirklich macht.
Für Tomorrow spricht
- Einzige Bank im Vergleich mit konsequentem Nachhaltigkeitskonzept
- Transparente Offenlegung der Mittelverwendung
- Klimabeitrag über einen Anteil des Kartenumsatzes
- Deutsche IBAN und moderne App
- Kostenlos für unter 21-Jährige oder bei regelmäßigem Geldeingang
Gegen Tomorrow spricht
- Bis zu 4 Euro monatlich schon im Grundmodell
- Höhere Modelle mit 8,90 bis 17,90 Euro deutlich teurer als der Markt
- Keine girocard verfügbar
- Abhebungen begrenzt oder kostenpflichtig
- Kein nennenswerter Guthabenzins
- Im reinen Preisvergleich das teuerste Konto im Test
Für wen eignet sich Tomorrow?
Für Menschen, denen die Verwendung ihrer Einlagen wichtiger ist als ein paar Euro Gebühr im Monat. Das ist eine legitime Entscheidung — sie sollte nur bewusst getroffen werden. Rechnerisch zahlen Sie gegenüber einem bedingungslos kostenlosen Konto wie C24 Smart bis zu 48 Euro im Jahr mehr.
Wer Nachhaltigkeit wichtig findet, aber nicht zahlen möchte, kann auch ein kostenloses Konto führen und den gesparten Betrag gezielt spenden — die Wirkung ist in vielen Fällen größer und transparenter nachvollziehbar.
Wie transparent ist Tomorrow bei der Verwendung der Einlagen?
Tomorrow veröffentlicht, in welche Bereiche die Kundeneinlagen fließen, und schließt Sektoren wie fossile Energien, Rüstung und Tabak aus. Das ist mehr Transparenz, als klassische Banken bieten — dort bleibt die Verwendung der Einlagen für Kontoinhaber praktisch unsichtbar.
Gleichzeitig sollte man die Größenordnung realistisch einschätzen: Der Effekt der eigenen Einlage hängt von deren Höhe ab. Bei 2.000 Euro Guthaben ist der Beitrag zur Finanzierung nachhaltiger Projekte rechnerisch klein. Wer gezielt Wirkung erzielen möchte, erreicht mit einer Spende oder einer nachhaltigen Geldanlage in aller Regel mehr als über die Wahl des Girokontos.
Was kostet das Tomorrow Girokonto im Vergleich konkret?
| Tomorrow-Modell | Kosten pro Jahr | Mehrkosten gegenüber C24 |
|---|---|---|
| Now (mit Geldeingang) | 0 € | 0 € |
| Now (ohne Geldeingang) | 48 € | 48 € |
| Change | 106,80 € | 106,80 € |
| Premium | 214,80 € | 214,80 € |
Die Zahlen sind eindeutig: Wer das Now-Modell mit regelmäßigem Geldeingang nutzt, zahlt nichts mehr als bei einem kostenlosen Konto — in dieser Konstellation ist Tomorrow eine ernsthafte Option. Bei den höheren Modellen wird es dagegen teuer. Prüfen Sie deshalb ehrlich, ob Sie die Zusatzleistungen dieser Tarife wirklich brauchen.
Welche Alternativen gibt es für nachhaltiges Banking?
Tomorrow ist unter den zehn hier verglichenen Banken die einzige mit konsequentem Konzept. Am deutschen Markt insgesamt gibt es weitere Anbieter mit ökologischer oder sozialer Ausrichtung, etwa Genossenschaftsbanken mit entsprechendem Leitbild oder kirchennahe Institute. Diese führen wir hier nicht auf, weil sie nicht Teil unseres Vergleichs sind — es lohnt sich aber, sie in die eigene Suche einzubeziehen, wenn Nachhaltigkeit Ihr Hauptkriterium ist.
Für wen ist Tomorrow trotz der Kosten sinnvoll?
Für Menschen mit regelmäßigem Geldeingang, die das Now-Modell kostenlos nutzen können und denen die Mittelverwendung wichtig ist — dort entsteht kein Nachteil gegenüber anderen Gratis-Konten außer der fehlenden girocard und den begrenzten Abhebungen.
Weniger sinnvoll ist es, für Nachhaltigkeit 107 oder 215 Euro im Jahr zu zahlen, ohne die Zusatzleistungen zu nutzen. In diesem Fall ist ein kostenloses Konto plus eine gezielte Spende in gleicher Höhe fast immer die wirksamere Variante — und transparenter nachvollziehbar.
Häufige Fragen
Was kostet ein Tomorrow-Konto?
Das Einstiegsmodell Now kostet 0 bis 4 Euro monatlich — kostenlos für unter 21-Jährige oder bei regelmäßigem Geldeingang. Change liegt bei 8,90 Euro, die Premiumvariante bei 17,90 Euro monatlich.
Was ist an Tomorrow nachhaltig?
Die Einlagen werden nicht in fossile Energien oder Rüstung investiert, sondern in Projekte mit ökologischer oder sozialer Ausrichtung. Zusätzlich fließt ein Anteil des Kartenumsatzes in Klimaprojekte wie Aufforstung.
Gibt es bei Tomorrow eine girocard?
Nein, enthalten ist eine Visa Debitkarte. Eine girocard bietet Tomorrow nicht an — in Deutschland weiterhin ein Nachteil bei Ärzten, Behörden und kleineren Geschäften.
Lohnt sich Tomorrow im Preisvergleich?
Nein. Im reinen Konditionenvergleich ist Tomorrow das teuerste Konto im Test — gegenüber einem bedingungslos kostenlosen Konto zahlen Sie bis zu 48 Euro im Jahr mehr. Wer Tomorrow wählt, tut das wegen der Mittelverwendung, nicht wegen des Preises.
Ist mein Geld bei Tomorrow sicher?
Ja, die Einlagen unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Person. Tomorrow arbeitet mit einer deutschen Partnerbank und einer deutschen IBAN.
Wie viel kostet Tomorrow im Vergleich zu einem Gratis-Konto?
Das Now-Modell mit Geldeingang kostet nichts extra. Ohne Geldeingang sind es 48 Euro im Jahr, beim Change-Modell 106,80 Euro und beim Premium-Modell 214,80 Euro — jeweils mehr als bei einem bedingungslos kostenlosen Konto.
Wie transparent verwendet Tomorrow die Einlagen seiner Kunden?
Tomorrow legt offen, in welche Bereiche die Einlagen fließen, und schließt fossile Energien, Rüstung und Tabak aus. Das ist mehr als klassische Banken bieten. Der Effekt der eigenen Einlage hängt allerdings von deren Höhe ab.